Zweiundzwanzigster bis achtundzwanzigster April zweitausendsechzehn

Grundstimmung: Ja.

Die Blogwoche begann mit einem Tag, den ich nur mithilfe meiner Tweets, Handyfotos und der Zeitachse in Google Maps grob rekonstruieren kann. Offenbar war ich den ganzen Tag zu Hause. Ich lag ewig im Bett, gegen Mittag fing ich das am Vortag erst angebrachte Regal auf, nachmittags experimentierte ich mit Schokolade und Keksen. Ich mag solche Tage, es dürfen nur nicht zu viele dieser Art aufeinander folgen.
Der Samstag war vergleichsweise aktiv. Ich bummelte über den Flohmarkt und genoss es, das alleine und in meinem eigenen Tempo machen zu können. Der Flohmarkt war dadurch aber auch nicht besser als sonst. Ich kaufe dort nicht gerne etwas, und weiß gar nicht, was mich dort hinzieht. Die Händler scheinen zum großen Teil Wiederverkäufer zu sein. Ich finde das zu unpersönlich, ich wüsste gerne, wo das Zeug herkommt. Irgendwie habe ich sie im Verdacht, sich an denen, die sich von dem Plunder trennen mussten, zu bereichern, und fühle mich als Teil des Problems. Nachmittags erjagte ich im strömenden Regen zwei Pfund grünen Spargel für die abendliche Kochverabredung.


Sonntag machte ich spontan Lasagne. Ich fühlte mich sehr erwachsen, weil ich dafür einfach so alles da hatte. Dann fehlte mir eine passende Auflaufform, weshalb ich eine Brotbackform benutzte, und schließlich aß ich alles restlos auf, woraufhin sich das mit dem Erwachsenfühlen schnell erledigt hatte. Abends lockte mich eine Freundin raus ins Tanztheater. Ich verstehe zwar nach wie vor nicht, was das Rumgehopse soll, wenn es zu Handlung und Inhalt scheinbar nichts hinzufügt, aber es war musikalisch interessant und das genügte mir, um dort zufrieden wieder rauszugehen.

Montag arbeitete ich mich wieder in eine Sache ein, die ich viel zu lange hatte liegenlassen müssen. Das war weitestgehend unerfreulich. Erstens liegt mehr Arbeit vor mir als erwartet. Zweitens dürfte das eigentlich keine Überraschung sein, denn das alles hatte ich schon mal gemacht, aber nicht vernünftig notiert. Ich brauche dringend ein System.
Dienstag arbeitete ich analog. Das fühlte sich weit effektiver an als befürchtet. Vielleicht sollte ich das häufiger machen. Abends baute ich die Kalten Hunde für Donnerstag und fiel völlig fertig ins Bett.
Mittwoch schleppte ich mich durch den Tag. Nach Feierabend fuhr ich mein Rad zu Inspektion und Reparatur (die dringend nötig war, da Kopfsteinpflaster und nicht abgesenkte Bordsteine ihm nicht gut getan hatten). Ich schaute mich noch ein bisschen um, und da stand es plötzlich:


Den Rest des Abends verbrachte ich damit, zu überlegen, wo ich es unterbrächte, sollte ich das Rädchen kaufen.
Donnerstag gab es auf Arbeit eine Abschiedsfeier. Meine Kalten Hunde verschwanden beinahe spurlos, mein Messer völlig. Später arbeitete ich irgendwas einfaches am Schwipps vorbei und machte zeitig Feierabend. Ich fuhr zum Fahrradladen und holte mir unterwegs ein sauleckeres vietnamesisches Baguette. Warum ich das nicht vorher schon mal gegessen habe, ist mir unerklärlich. Dann fuhr ich das Rädchen probe und wollte gar nicht mehr absteigen. Der Verkäufer nahm sich Zeit und besprach mit mir die Möglichkeiten, es in der Wohnung aufzuhängen. Fazit: Die einzige Möglichkeit wäre waagerecht unter der Decke (dafür gibt es Befestigungen, die müsste ich aber online suchen) oder im Schlafzimmer über der Kommode (die Befestigungen dafür gibt es im Fahrradladen). Als ich am Service mein Rad abholte, sah ich, wie die Mitarbeiter, an denen ich vorher strahlend vorbeigesaust war, das Rädchen umringten. Das fand ich schön. Dann nahm ich mein Rad und fuhr an der Elbe entlang nach Hause. Ich schaltete, wo es ging, in den höchsten Gang und sauste in einem Affenzahn durch die Landschaft. Das ist ein sehr gutes Rad. Anders. Schwerer, obwohl verhältnismäßig leicht. Praktisch. Und ich mag es. Das andere wäre der pure Luxus. Es wäre nur für Spaßfahrten. Solche mit einem winzigen Rucksack voller Wasser und gepolsterten Hosen. Ich überlege mir jetzt eine Woche lang, ob ich solche Fahrten machen würde. Nach Feierabend oder am Wochenende. Auf guten Wegen. Es täte mir gut. So wie es mir gut tut, nach Feierabend spazieren zu gehen, was ich fast nie mache. Denn ich bin ein faules Stück, vor allem wenn ich müde bin. Und wenn ich nicht sicher bin, dass es gut wird.

Nächste Woche habe ich re:publica-Urlaub. Ich freue mich darauf, mich ein paar Tage lang völlig überfordert zwischen zig Sessions entscheiden zu müssen, Vorträge über die verschiedensten Themen zu hören, Freunde wiederzusehen und neue Menschen zu treffen.

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