Noch mal zum Thema Twitter

Ich schrieb vor einiger Zeit über meinen Rückzug von Twitter. Etwas später schrieb ich über meinen Rückzug aus allen sozialen Netzwerken. Jetzt muss ich das ein bisschen korrigieren. Ich habe weiterhin weder die Twitter- noch die Instagram- oder eine vergleichbare App auf dem Handy und plane auch nicht, sie wieder zu installieren. Aber ich bin, mit ruckeligem Browser und bewusst wenig Komfort, gelegentlich als Zaungast dabei. Weil ich doch wissen möchte, wie es euch geht – was die Jobsuche macht, ob das Baby endlich da ist, wie die Diss läuft. Ich habe längst nicht mehr mit dem Anspruch, nichts zu verpassen – es fühlt sich so an, als würde ich in eine Serie reinzappen, die ich früher gerne gesehen habe und der ich entwachsen bin.

Wenn ihr euch streitet, prüfe ich nicht mehr stunden- bis tagelang, zu welcher Partei ich mich zähle. Ich habe auch nicht mehr Sorge, dass alleine die Tatsache, dass ich beiden Streitenden folge, gegen mich verwendet wird. Oder dass mein Schweigen zum Thema ein Problem sein könnte. Es fühlt sich so ähnlich an, als hätte ich die Arbeitsstelle gewechselt und hielte noch sporadischen Kontakt zu einigen Kolleginnen. Ich kenne den Laden, aber die Probleme und Streitigkeiten gehen mich nichts mehr an.

Das ist ein gutes Gefühl. Das darf jetzt erstmal so bleiben.