Neunundzwanzigster Januar bis vierter Februar zweitausendsechzehn

Grundstimmung: Achduscheiße.


Nach einem letztlich doch nicht so unproduktiven Tag im Homeoffice vergnügte ich mich endlich mit den Regalbrettern, die schon viel zu lange herumstanden. Sie stehen immer noch rum, jetzt mit Konsolen dran, also noch mehr Platz wegnehmend. Egal, wird schon.
Der Sonntag begann mit einer kleinen Hörstörung, der ein fetter Tinnitus folgte. Obwohl er am Abend sehr leise und am nächsten Morgen kaum noch hörbar war, war ich am Montag Vormittag erstmal bei meiner HNO-Ärztin. Medizinisch war das unspektakulär. (Ein kleiner Hörsturz ohne Auswirkungen aufs Gehör, aber weil es ja nicht das erste Mal ist, wird demnächst der Hörnerv getestet.) Auf emotionaler Ebene war der Vormittag dagegen sehr herausfordernd.


Im Nachhinein ärgere ich mich, weiß aber auch nicht so richtig, was ich hätte besser machen können. Ihn reden lassen? Vielleicht, aber dann hätte ich mich nicht besser gefühlt, sondern nur anders mies. Weiter diskutieren? Es ist unwahrscheinlich, dass ich ihn irgendwie hätte erreichen können. Aber es wäre gut gewesen, ihm nicht so viel Angriffsfläche zu bieten. Das hätte bei ihm zwar auch nichts geändert, vielleicht aber an meinem Gefühl danach. Ich gehe davon aus, dass ich noch sehr viele Gelegenheiten haben werde, das zu üben.
Die Arbeit war frustrierend wie seit Monaten. Ich bin jeden Tag froh, dass ich es noch merke. Meine Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun, sind nach wie vor begrenzt. Zwischenzeitlich kam mir der Gedanke, was passieren würde, wenn ich längerfristig krank wäre. Ob dann jemand eine Lösung herbeizauberte, an die bislang niemand gedacht hat, weil kein akuter Bedarf bestand. Oder ob es dann einfach nicht mehr weitergeht.
Im Bereich Softwareprogrammierung gibt es den Begriff Busfaktor. Die Zahl dazu besagt, wie viele Mitarbeiter von einem Bus überfahren werden müssten, damit ein Projekt hinüber ist. Da wo ich arbeite, beträgt er 1. Das ist scheiße.
Trotz allem Gejammer hatte die Woche sogar zwei Highlights. Das eine ist, dass der Staubsaugerroboter nicht nur sehr niedlich aussieht, sondern auch ziemlich gut funktioniert – inkl. Ecken, Kanten und wieder unterm Bett hervorkommen.
Das zweite ist mein Vater, der sich von allen anderen Verpflichtungen losgerissen hat, um meine Einladung ins Konzert anzunehmen – inkl. gemeinsamer Zugfahrt und Hotel. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viel Zeit mit ihm verbracht zu haben. Außer vielleicht bei einem meiner zahlreichen Umzüge.

Herausforderung der nächsten Woche: irgendwie alles schaffen.

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