Tag 2

Gestern war ein Kampftag. Ich dachte, wenn der überstanden ist, wird es besser. Und dann war ich heute den halben Tag bei meiner Ehefrau im Krankenhaus, nachdem ich morgens eine längere Hunderunde gemacht hatte. Ich hatte eine sich ziehende Hin- und eine furchtbare, Kopfschmerzen erzeugende Rückfahrt. Im Krankenhaus gab es keine Minute, in der wir nicht irgendwelche Menschen in Hör- und Sichtweite hatten. Ich genoss es so sehr, meine Frau zu sehen, in den Arm zu nehmen, ohne Handy mit ihr zu sprechen. Und gleichzeitig machte die Umgebung den Genuss sehr bitter. Zuhause warteten eine chaotische Küche und ein vernachlässigter Hund. Er war als erstes dran und bekam seine Runde. Jetzt habe ich Hunger. Die Küche ist noch immer chaotisch. Und der Hund noch immer vernachlässigt. Wenn ich aus dem Zimmer, fiept er. Ausdauernd. Meine Nerven liegen blank, und ich muss sein Generve aussitzen, denn jede Reaktion wäre Bestätigung. Ich weiß das. Und es ist schwer. Käme jetzt jemand auf die Idee, mir einen Topf Suppe zu bringen, würde ich heulen vor Glück. Das macht aber keine_r. Weil die, denen wir am Herzen liegen, zu weit weg sind.

Ich koche mir jetzt was. Yogi-Tee. Der tut mir gut. Und eines der einfachsten und am wenigsten Aufräumbedarf erzeugenden einigermaßen gesunden Gerichte, das mir einfällt.