Achtzehnter bis vierundzwanzigster März zweitausendsechzehn

Grundstimmung: Das ist alles zu spannend zum Schlafen

Die Woche wird mir, falls überhaupt, in Erinnerung bleiben als die müdeste, die ich je hatte. Keinen Abend war ich vor Mitternacht im Bett, morgens bin ich annähernd normal aufgestanden. Das ging gut, bis ich Mittwoch Abend im Laden stand und meinen Handy-Anbieter wechseln wollte. Der Verkäufer wollte mich kurz zwischenschieben, während er für einen anderen Kunden in der Warteschleife hing. Der Kunde motzte mich an, weil ich das „kurz“ nicht mitmachen wollte, ich motzte zurück, er nannte mich frech, ich wurde wirklich frech, und weil dem Verkäufer (und Inhaber) das egal war, ging ich woanders hin. Im Nachhinein tut es mir ein bisschen Leid, den Kunden so angeranzt zu haben, denn letztendlich war der wahrscheinlich auch nur genervt von der Verpeiltheit des Verkäufers, den zwei sich lautstark unterhaltenden Typen und dem kläffenden Köter.

Ursache für die langen Abende war, dass ich meine alten Blogbeiträge wieder ausgegraben und mich stellenweise festgelesen hatte, und dass ich, um mehr Aufhübschungsmöglichkeiten zu haben, auf ein selbstgehostetes WordPress umgestiegen bin. Das Rumschrauben am Theme nahm doch reichlich Zeit in Anspruch, und leider ist es mir nicht gegeben, loslassen zu können. Immerhin habe ich eines neu gelernt: Es genügt beim child theme nicht, etwas nicht drinzuhaben, was im Haupttheme steht, sondern es muss explizit rausgeschrieben sein.
Meine alten Blogbeiträge, fiel mir auf, sind teilweise sehr emo, über Anonymität habe ich mir zwar Gedanken gemacht, aber inhaltlich keine Konsequenz daraus gezogen, und einige sind eigentlich nur längere Tweets. Außerdem habe ich viel länger gebloggt, als ich dachte – mit kürzeren und längeren Unterbrechungen von 2006 bis Ende 2013. Dann begann ich mit dem Twittern. Ich bin sehr froh, das alles wiederentdeckt zu haben. In den Einträgen vor 2008 erkenne ich mich kaum wieder, die Einträge ab 2010 spiegeln sehr schön die Entwicklung mit der Ex. Die zu lesen ist zur Aufarbeitung sicher nicht schlecht.
Inwieweit es mir möglich sein wird, aus den rund 2500 Beiträgen, die jetzt als Entwürfe hier rumliegen, welche zum wieder Ausgraben zu finden, wird sich zeigen.

Außerdem habe ich erkannt, dass ich meine neue Freiheit viel zu wenig nutze, aus einer Blödelei wurde ein „Warum eigentlich nicht?“ und so kommt es, dass ich diesen Eintrag im Zug schreibe. Und vielleicht werde ich sogar mal eine alte (im alten Blog wiedergefundene) Idee verwirklichen, meinen Rucksack packen und mich am Flughafen spontan für ein Last Minute-Angebot entscheiden.

Vorfreundig gehe ich ins Wochenende, und ungewohnt zuversichtlich in die neue Woche.

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