Achter bis vierzehnter Januar zweitausendsechzehn

Grundstimmung: Meh mit Glitzer

Die Arbeitssituation macht mich unglücklich. Ich habe das Gefühl, die Jahre verschenkt zu haben. Was hätte ich alles erreichen können! Gleichzeitig weiß ich, dass ich einiges erreicht habe. Bei der Arbeit, aber vor allem bei mir.
Es kristallisiert sich heraus, dass ich, da sich bei der Arbeit dieses Jahr nichts zu meinen Gunsten ändern wird, bei mir was ändern muss. Das kann ein anderer Job sein. Oder eine weitere Aufgabe. Etwas, das ich nur für mich tue. Etwas, das mich fordert, das mir stundenlang im Kopf herumgehen kann, ohne zu belasten. Etwas, das ich lösen kann. Etwas, das wichtiger ist.
Die Zeit, als ich intensiv an meiner Magisterarbeit schrieb, habe ich als eine glückliche in Erinnerung. Obwohl ich mitunter zweifelte. Obwohl ich der mir damals Liebsten gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Mein Verhältnis zur Arbeit veränderte sich. Ich hatte nicht mehr so viele Details im Kopf und musste viel nachgucken. Damals bereitete es mir Sorgen. Jetzt wünsche ich mir genau das zurück.

Der Glitzer kommt von den Menschen um mich herum. Von denen, die nichts für mich tun können, außer nett zu sein. Und das können sie gut. Ein bisschen Quatsch machen am Ausweicharbeitsort, Kaffee mit Schuss und ein Plausch beim Wochenendeinkauf, Zeit verbringen mit Menschen, die keine gesteigerten Ansprüche an mich haben. Und natürlich Twitter, die virtuelle Instantflauschmaschine.
Das Highlight der Woche war der Besuch bei einer Freundin mit literweise Tee, gemeinsamem Kochen, stundenlangen Gesprächen und wunderbarem Input.

Wunsch an mich für die nächste Woche: mehr Disziplin.

Langzeitwunsch: Aufhören zu denken, ich hätte Zeit verschenkt. Privat wie beruflich.

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