Achter bis vierzehnter April zweitausendsechzehn

Grundstimmung: wechselnd zwischen Achduscheißeichwillnichtmehr und HachdasLebenistschön

Die Blogwoche begann mit einem spontanen Ausflug zu Ikea, wo ich sehr verwegen unter einen Absperrband durchtauchte und von wo ich weit weniger mitnahm als geplant, gefolgt von spontanem Ausgehen. Beides war sehr schön, wobei ich mich doch frage, was mich so geschafft hat, dass ich mich am nächsten Tag ganzkörperlich muskelkaterig fühlte und an Händen, Füßen und im Mund extrem überempfindlich war.
Am Samstag hätte ich Zuhause Arbeit nachholen müssen, was mir wegen der erwähnten Unpässlichkeit eher nicht so gut gelang. Vor allem guckte ich mir den Schrank an, wegen dem ich bei Ikea auf einen neuen verzichtet hatte, versetzte Bretter in einem fremden Kleiderschrank, trug ein halbes Regal durch die Stadt und schloss endlich das zweite Lautsprecherpaar an. Das war gut, denn ich konnte mich am Sonntag und den Rest der Woche wirklich sehr darüber freuen.


Montag war … Montag eben. Ich arbeitete, wurde vom Telefon und Mails unterbrochen, jagte Unterschriften, dachte auch mal wieder daran, die Blumen der urlaubenden Chefin zu gießen und fluchte zwischendurch herzhaft auf alles. Die überraschte Reaktion der Kollegin lässt mich glauben, dass ich meine Genervtheit sonst besser im Griff habe.
Am Dienstag wurde es auf Arbeit wunderbar kreativ und ich bewies meine Fähigkeiten als Notenumblätterin und Rollregalrollerin. Und ich holte mir am Aufzugknopf einen ordentlichen Schlag. Weil die umstehenden Möbelpacker äußerst unempathisch auf meinen Schrei reagierten, packte ich das traumatische Erlebnis in einen Tweet. Die Reaktion meiner lieben Timeline fiel extremer aus als ich erwartet hatte, und deshalb fand ich mich nach Rücksprache mit einer Ärztin an der Hotline meiner Krankenkasse in der Notaufnahme wieder, um ein EKG machen zu lassen. Tja, was soll ich sagen. Meinem Herzen geht es nicht nur nicht schlecht, sondern dank der regen Anteilnahme ausgesprochen gut. Alles in allem kann ich sagen: Mit Twitter und Stromschlag in die Notaufnahme ist besser als ohne Twitter und mit anaphylaktischem Schöckchen. Ich empfinde das als ein wirklich großes Glück.


Trotz meines kleinen Abenteuers schafften wir alles und noch mehr, und das war sehr schön.
Mittwoch war auch schon wieder Schluss mit der Freude. Panik, nicht rechtzeitig fertig zu werden, setzte mit Arbeitsbeginn ein und pünktlich mit Feierabend wieder aus. Das fand ich sehr faszinierend, und mir fiel auf, dass ich viel weniger als früher die Arbeit gedanklich mit in die Freizeit nehme. Das ist einerseits gut, weil es mich doch sehr belastet hat, andererseits fällt es mir auf die Füße, wenn ich mir eigentlich Arbeit mit nach Hause genommen habe und mich dann von irgendwas anderem rauslocken lasse. Außerdem wüsste ich doch gerne, was passiert ist, denn vor gar nicht mal so langer Zeit habe ich hier noch gewaltig rumgejammert, dass die Arbeit einen zu großen Stellenwert in meinem Leben hat.
Am Donnerstag erledigte ich tagsüber innerlich lauthals fluchend eine Aufgabe, die eigentlich die von jemand anders gewesen wäre und so schwer und aufwendig nun echt nicht war. Und ich versuchte, mich nicht über eine Frau und ihre Männerwahl zu wundern, was mir leider nur bedingt gelang. Für mich merkte ich im Kontakt mit diesem Mann, dass ich gerne mehr Autorität ausstrahlen würde. Ich nahm viel Arbeit mit nach Hause und war sogar einigermaßen diszipliniert. Was blieb mir auch anderes übrig.


Ich machte fertig, was fertig zu machen war, bis ich so müde war, dass ich Sorge hatte, mehr kaputt als gut zu machen. Ob es reichte, wird sich zeigen.

Nächste Woche werde ich etwas hinter mich bringen, von dem ich anfangs hoffte, es käme nicht zustande, und mit dem ich mich dann ein dreiviertel Jahr ziemlich unbegeistert herumschlug. Das wird schön!

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