26. Februar bis 4. März 2018

Ogottichkannnichtmehr, dachte ich Mitte der Woche. Mich belastete vor allem der durchgetaktete Tagesablauf. Aufstehen. Schnell im Bad fertig werden. Schnell frühstücken. Nebenbei Zeug aus dem Kühlschrank in den Arbeitsrucksack packen. Eine halbe bis dreiviertel Stunde mit Tommi raus. Schnell Hund gegen Arbeitsrucksack tauschen. Schnell zum Zug. Schnell zur Arbeit. Eine Stunde früher als sonst Feierabend machen und auf diese Weise täglich eine Dreiviertelminusstunde machen. Schnell zum Bahnhof. Im Zug abwägen, ob es notwendig ist, einkaufen zu gehen und ob ich das auf dem Nachhauseweg mache oder später nochmal losgehe. Schnell nach Hause. Mindestens eine Stunde mit Tommi raus. Ggf. einkaufen. Zu Hause meist schon müde und hungrig was zu essen machen, parallel Mitnehmessen für den nächsten Tag fertig machen und ein bisschen im Haushalt rödeln. Essen. Tommi beschmusen und -spielen. Letzte Hunderunde an die nächste, maximal übernächste Ecke. Ins Bett. Und nach maximal sieben Stunden wieder aufstehen.

Bei Abweichungen vom Plan wird es schwierig. Morgendliche Zugverspätungen sind ärgerlich und belasten das Stundenkonto. Abendliche Verspätungen belasten den Hund und seine Blase. Die Arbeit ist zum Glück berechenbar und hält keine bösen Überraschungen bereit. Aber dann ist da noch der Faktor Hund. Anderthalb Wochen war ich morgens ziemlich entspannt. Nicht so schlimm, wenn ich den Zug verpasse, dachte ich, denn da steht ja unser Auto neben dem Haus. Als Tommi dann tatsächlich sein Geschäft so lange hinauszögerte, dass ich den Zug nicht mehr bekam, hatte das Auto bereits eine Woche bei Minusgraden rumgestanden und machte nichts als komische Geräusche. Seitdem fand die Morgenhunderunde unter Anspannung statt.

Bei allem Stress – es ist mir gelungen, dass Tommi zufrieden und ausgeglichen ist und außerdem viel gelernt hat. Er holt beim Gassigehen seinen Ball, bringt ihn zu mir und übergibt ihn mir im Sitzen. Wenn der Ball dabei herunterfällt, hebt er ihn auf und hält ihn mir erneut hin. Er wartet sitzend auf sein Leckerchen und meistens auch sitzend darauf, dass ich den Ball erneut werfe. Es ist ein tolles Gefühl, dass er jetzt, wie die Hunde aus dem Lehrbuch, ausprobiert, was ich will, wenn ich die Übung erweitere, es sich merkt, wiederholt und verinnerlicht. Außerdem ist er anderen Hunden gegenüber wieder entspannt, er lässt sich besser abrufen und er verhält sich ohne Leine verlässlicher. Ich bin stolz auf ihn, und auf mich auch.