12. bis 18. März 2018

Das hätte endlich mal wieder eine normale Woche sein können. Ich stand auf, wir frühstückten, ich ging zu Arbeit und kam wieder nach Hause. An einem Tag fing ich früher an, an einem machte ich länger, an zwei Tagen hörte ich früher auf. Ich genoss den Alltag und die Abende mit meiner Frau, und ich glaube, sie fand es auch nicht schlimm, wieder zu Hause zu sein.

Die Wohnung sorgte dafür, dass die Woche doch nicht normal war, denn wie fast alle unserer Nachbarn haben auch wir jetzt ein Schimmel- und Feuchtigkeitsproblem. Also räumten und rödelten wir, hießen erst den Hausmeister, dann einen theoretischen und schließlich einen praktischen Fachmenschen willkommen, die allesamt ebenfalls der Meinung waren, dass ein Schrank halt irgendwo stehen muss und eine Wohnung mit unbenutzbaren Ecken irgendwie blödsinnig ist. Nun ist die kritische Stelle gereinigt und überstrichen, der Schrank steht so weit von der Wand entfernt, dass dahinter fast noch ein Mensch leben könnte und wir für die noch zu kaufenden Schrauben zwecks Wandbefestigung vermutlich einen Transporter brauchen, und nun sehen wir mal, was passiert.

Am meisten hatten die Kopien aus meinem Studium gelitten – Texte, die ich zumindest teilweise gerne noch mal mit neuen Augen oder überhaupt endlich mal gelesen hätte, und an denen die vage Idee hing, irgendwann mal zu promovieren. Sie lassen sich wiederbeschaffen, nur eben nicht mehr so einfach wie damals in Berlin, als mir zahlreiche Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken zur Verfügung standen. Die Promotion wird, wenn es denn jemals dazu kommen sollte, dass ich mich dafür entscheide, nicht an einem Haufen schimmligen Papiers scheitern. Trotzdem hätte ich gerne selbst entschieden, ob und wann ich mich davon trenne.